Samstag, 20. Juni 2015

Norrut - Neues aus Skandinavien. Teil 3: Kleiner Schwedisch-Sprachkurs.

Die „langweiligen“ Grundphrasen ;)


Vad heter du? - Jag hetar Leona.
(Wie heißt du? - Ich heiße Leona.)

Vad kommer du från? - Jag kommer från Tyskland. 

(Woher kommst du? - Ich komme aus Deutschland.)

Hur gammal är du? – Jag är tjugotre år gammal. 

(Wie alt bist du? - Ich bin 23.)

Tycker du om...?  
(Magst du...?)
– Ja, jag tycker om...  (Ja, ich mag...)
- Nej, jag tycker inte om... (Nein, ich mag ... nicht.) 



Die Sache mit dem Bitte und Danke...


Im Schwedischen gibt es nicht ein passendes Bitte für jede Situation.
Man muss unterscheiden. Oft kann man statt einem Bitte auch ein Danke (tack) verwenden oder die im Deutschen etwas überhöfliche Form „Sei so nett“ („Är du snäll“).





Die Übesetzung für Bitte (varsågod) verwendet man im Schwedischen nur als einzeln stehende Phrase, z.B. als Antwort auf ein Danke oder wenn man z.B. jemandem die Tür aufhält: „Varsågod“.

Jag vill lite vin, tack. (Ich hätte gerne etwas Wein, wörtl: Ich will ein bisschen Wein, danke.)

Lite mer vin, tack. (Etwas mehr Wein bitte.)
Jag skulle vilja ha lite vin. (Ich hätte gerne ein bisschen Wein)
Tack för vin! – Varsågod! (Danke für den Wein! – Bitte)
Är du snäll och ge mig vinet! (Kannst du mir bitte den Wein geben?; wörtl: Sei so nett und gib mir den Wein!)

Dahingegen kann man das schwedische Danke „Tack“ in nahezu jeder Situation verwenden und man kann es gar nicht oft genug sagen. Die Schweden danken sehr viel und in sehr vielen Variationen:


Tack! (Danke)

Tack så mycket! (Vielen Dank, wörtl: Danke so viel!)
Tack ska du har! (Dank sollst du haben!, klingt im Deutschen komisch, im Schwedischen nicht ;))
Tusen tack! (Tausend Dank!)
Tack tack! (Danke danke!)
Tacka tacka! (Danke danke!)

Ein paar Begriffe

öl - Bier [öl]
vin - Wein [wien]
bröd - Brot [bröd]
smör - Butter [smör]
mjölk - Milch  [mjölk]
ost - Käse [ust]
skinka - Schinken [schingka]
kött - Fleisch [schött]
korv - Wurst [korw]
ölja - Öl [ölja]



In den eckigen Klammern seht ihr, wie man die Begriffe aussprich(allerdings KEINE Lautsprache, dieser bin ich nicht (mehr) mächtig). Mehr zur Aussprache gibts weiter unten. 
 


2 mal 3 macht vier, widewidewitt und 3 macht neune...

Die Zahlen für die lustige Plutimikation.


0 noll   10 tio

1 ett    11 elva
2 två    12 tolv    20 tjugo
3 tre    13 tretton 30 trettio
4 fyra   14 fjorton 40 fyrtio
5 fem    15 femton  50 femtio
6 sex    16 sexton  60 sextio
7 sju    17 sjuton  70 sjutio
8 åtta   18 arton   80 åttio
9 nio    19 nitton  90 nittio





So sprechen die Schweden


Die Schweden haben eine unglaubliche Variation in ihrer Sprache,

in vielerlei Hinsicht. Dass meine Schwedisch Lehrerin ihre Aussprache stark an die Bedürfnisse der deutschen ungelernten Schüler angepasst hat und kein einziger Schwede tatsächlich so „perfekt“ spricht habe ich schnell gemerk als ich nach Schweden gekommen bin.


Einer meiner ersten Tage in Schweden






Ich habe mich gefühlt als hätte ich in 4 Semestern völlig verpasst zu lernen, die Schweden zu VERSTEHEN.
Nach jedem schwedischen Satz musste ich erstmal um Wiederholung bitten, bzw. einen verdutzen Blick auflegen. Dann erstmal - verwirrt wie ich war - ewig nach der passenden Antwort
in meinem Hirn kramen, die ich doch eigentlich längst gelernt hatte. Die meisten haben eine Unterhaltung dann erstmal aufgegeben :D

Ich, auf der Suche nach dem Schlüssel zur schwedischen Sprache :P

Ich kann mich noch gut erinnern als ich dann nach etwa 2 Monaten ein Mädchen in der Küche getroffen habe, mit dem ich am ersten Tag eines dieser stotternden Gespräche geführt habe und sie zu mir meinte: "Wow, du sprichst viel besser schwedisch." 

Ich war erst überrascht, aber da sie mich wohl schon länger nicht mehr sprechen hatte hören, war dieses anfängliche Gespräch wohl ihre einzige Erinnerung ;).
Also nur Mut, wenn ihr gerade am Schwedisch lernen seid ;).
Der Schlüssel zum Verständnis war letztendlich einfach die Routine und das ständige konfrontiert sein mit der tatsächlichen schwedischen Sprachrealität.
Jeder kommt aus anderen Regionen und an der Schule treffen dann verschiedenste Dialekte aufeinander. City meets country. Jeder spricht irgendwie.. anders. Am schwierigsten ist eindeutig der „Dänen-Dialekt“: skånisch. Der einziger Skåner hatte noch dazu die Angewohnheit - müde wie er ständig war – in seinen Arm zu nuscheln. Katastrophe.
Auch nicht gerade einfach: der Stockholm Dialekt, obwohl man meinen könnte, er würde dem Standard-Schwedisch (was es in Schweden in der Realität übrigens gar nicht gibt) am nähesten kommen. Nichts da.

Aber eigentlich wollte ich euch ein paar Tipps/Richtlinien zur Aussprache geben:


Grundsätzlich erstmal alles so sprechen, wie es da steht.

Allerdings

V wird IMMER wie „w“ ausgesprochen (niemals als „f“)

O wird meistens wie „u“ ausgesprochen (z.B. in ost)
U wird manchmal wie „u“, manchmal wie „ü“ ausgesprochen
Å wird ähnlich wie das deutsche "o" ausgsprochen
Y ist eine Mischung aus „ü“ und „i“, haltet euch erstmal ans „ü“, ich kann den Unterschied bis heute nicht hören :D
K wird manchmal wie „sch“ ausgesprochen (kött), manchmal wie „k“ (korv)

Also nochmal kurz:


V = w

O meistens u
U = u / ü
Å ähnlich o
Y = ü
K = sch / k


Und die schönste Nachricht zum Schluss ;)


Die Schweden konjugieren ihre Verben nicht nach Person,

d.h. die Schweden sagen quasi „ich heiße“, „du heiße“, 

„sie heiße“,…

Jag heter - Ich heiße

Du heter - Du heißt
Han, hon heter - Er, sie heißt
Vi heter - Wir heißen
Ni heter - Ihr heißt
De heter - Sie heißen


Und diese ”Nicht-Regel” ist wirklich konsequent, keine Ausnahmen! ;)(Stattdessen könnt ihr hier fleißig Personalpronomen lernen ;))


Der Infinitv heißt hier „heta“, den braucht man z.B. bei Hilfsverben. - „Hon skulle heta Alva.“ (Sie sollte Alva heißen.)

Den Infinitiv erkennt man immer an einem „-a“ am Ende,
den Indikativ an einem „-r“ am Ende.

Noch eine kleine Merkregel zu den Personalpronomen:

Han und hon wird von Anfängern gerne mal verwechselt, weil sich im deutsch ein –a gerade bei Namen als weiblich eingebürgert hat.
Allerdings ist es hier genau andersherum.

Also:

Han = er -> wie der männliche „Hahn“
Hun = sie -> wie das weibliche „Huhn“



Noch eine Anmerkung: Ich habe mich bemüht alles richtig darzustellen (- "nach bestem Wissen und Gewissen" - wie die Politiker immer so "schön" sagen ;)).
Trotzdem bin ich nun mal keine Muttersprachlerin und falls doch Fehler entstanden sind bitte ich um Verständnis.



Dann mal viel Freude beim Lernen ;)



 

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